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La morte del referendum

 
di Claudio Paroli
Deutsch von Manuel Fumagalli
L'americanizzazione dell’Italia prosegue inarrestabile. Il 21 maggio scorso a votare i referendum si sono recati solo un terzo degli italiani aventi diritto, seppellendo così per la quarta (e ultima?) volta un fondamentale strumento di democrazia diretta. Senza quorum, infatti, aver votato per il sì o per il no non ha più alcun valore.

Il leader del partito di opposizione, il megaimprenditore nazionale ben noto anche all’estero – di cui ci siamo stancati di fare il nome – già settimane prima delle votazioni aveva incitato a disertare le urne per “punire” il governo, proclamando da tutti i suoi media, e sono tanti: «Statevene a casa, per mandarli a casa!» L’incitazione a non andare a votare, con l’obiettivo di vincere “senza muovere un dito”, è la più infima forma di irresponsabilità politica e di degrado del senso di democrazia. Da chiunque essa provenga.

Questa istigazione all’astensione, già messa in opera con successo dalla lobby dei cacciatori all’epoca del referendum per l’abolizione della caccia, aveva buone probabilità di funzionare anche stavolta e il gioco è stato facile. Sarebbe però miope individuare in ciò l’unica causa del disastro: gli italiani sono stufi di votare troppo spesso, soprattutto per questo strumento di cui si è decisamente abusato, ma forse sono addirittura stanchi della politica e c’è chi, per convenienza, li incita ad esserlo sempre più. Alcuni commentatori hanno scritto che il sistema elettorale all’americana – quello basato su due poli che ipoteticamente sarebbe potuto uscire da una vittoria del “sì” all’abolizione della quota proporzionale – in Italia avrebbe perso. A mio parere è invece proprio il “sistema americano” , cioè il disinteresse della gente per la politica, quello che sta prendendo decisamente il sopravvento.

E che dire degli italiani all’estero, che senza sobbarcarsi un viaggio stressante e costoso non hanno materialmente potuto votare? In questo caso il loro NON voto, forzato, ha assunto paradossalmente un preciso valore politico portando acqua ad un certo mulino. Peggio di così...

Die Amerikanisierung Italiens schreitet unaufhaltsam fort. Als sich am 21. Mai lediglich ein Drittel der wahlberechtigten Italiener dazu aufraffte, über das Referendum abzustimmen, wurde gleichzeitig zum vierten (und vielleicht letzten?) Mal ein grundlegendes Element der direkten Demokratie praktisch begraben. Wird das erforderliche Quorum nicht erreicht, macht es nämlich überhaupt keinen Unterschied, ob man mit „ja“ oder mit „nein“ gestimmt hat.

Der auch im Ausland wohlbekannte Führer der Oppositionspartei, Italiens Überunternehmer, – dessen Namen zu nennen haben wir die Nase voll – hatte schon Wochen vor der Abstimmung dazu aufgerufen, den Urnen fernzubleiben, um auf diese Weise die Regierung zu „bestrafen“. Über seine Medien – und das sind bekanntlich viele – unterstrich er seinen Aufruf mit den Worten: „Bleibt zu hause und schickt so die Regierung nach hause!“ Die Aufforderung, nicht zum Wählen zu gehen, um auf diese Weise das gewünschte Ergebnis herbeizuführen, ohne einen Finger zu krümmen, steht auf dem untersten Niveau politischer Verantwortungslosigkeit und beinhaltet eine Missachtung unseres Demokratieverständnisses, von welcher Seite auch immer sie propagiert wird.

Diese Aufwiegelung zur Stimmenthaltung, die bereits beim Referendum über die Abschaffung der Jagd der Jägerlobby zum Sieg verhalf, hatte gute Chancen, auch dieses mal zum Erfolg zu führen und machte die Abstimmung zu einem leichten Spiel. Es wäre jedoch kurzsichtig, hierin den einzigen Grund für das Desaster auszumachen: Die Italiener haben es satt, ständig über irgend etwas abzustimmen; dies um so mehr, als es um das Schicksal des Instruments selber geht, mit dem unzweifelhaft Missbrauch getrieben worden ist. Aber vielleicht sind sie gar der Politik überdrüssig und laufen dabei Leuten in die Arme, die diese Politikverdrossenheit – zu ihrem eigenen Vorteil, versteht sich – auch noch fördern. Wenn die Bevölkerung durch das Referendum die Abschaffung des Verhältniswahlrechts beschlossen hätte, wäre das amerikanische Wahlsystem, welches auf zwei Polen beruht, daraus hervorgegangen. Einige Kommentatoren haben geschrieben, dieses Wahlsystem sei nun in Italien gescheitert. Meiner Meinung nach ist es hingegen gerade das amerikanische System, nämlich das Desinteresse der Menschen an Politik, das die Oberhand gewinnt.

Und was sollen wir über die Italiener im Ausland sagen, die, ohne sich anstrengende und teure Reisen aufzubürden, praktisch nicht wählen durften? In diesem Falle hat ihre – erzwungene – Stimmenthaltung paradoxerweise sehr wohl einen ganz bestimmte politische Auswirkung – und gießt so Wasser auf gewisse Mühlen. Schlimmer könnte es nicht sein.