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La rabbia e la vaccinazione

 
di Claudio Paroli
Deutsch von Gabriella Pommerenke
Tempi duri per i diplomatici italiani all’estero, non vorremmo essere al loro posto! Le esternazioni a dir poco “sconvenienti” del premier italiano, che si è attribuito anche la funzione di Ministro degli Esteri, si ripetono a ritmo costante sulla linea delle recenti affermazioni, rilasciate addirittura a importanti quotidiani stranieri, in merito a una presunta “lottizzazione di sinistra della RAI” e al “complotto della Magistratura di sinistra nei suoi confronti”: nient’altro che una denigrazione del proprio Paese, e non solo a nostro parere. Farebbe bene a imparare dai suoi rappresentanti diplomatici all’estero, il cavaliere, qual è il modo “conveniente” di esternarsi, visto che nel suo mondo non sembra d’uso.

Non passa settimana senza che l’Italia, per un motivo o per l’altro, venga messa alla berlina dalla stampa di tutto il mondo; come se non bastasse, ci si mettono anche personaggi famosi, sfruttando la loro notorietà, a pubblicare sparate che fanno poco onore alla fama culturale del Paese. Ad esempio la giornalista e scrittrice Oriana Fallaci, risvegliata a seguito della tragedia alle torri gemelle dal suo decennale sonno newyorkese – potenza dell’alzati Lazzaro pronunciato dal Corrierone nazionale – che si prende la libertà di scrivere che «la sopravvivenza della nostra civiltà va salvaguardata» e «se in alcuni paesi le donne sono così stupide da accettare lo chador, peggio per loro».

Quell’articolo dal titolo “La rabbia e l’orgoglio”, massimo esempio di odio e intolleranza, ha scatenato dibattiti e discussioni in tutto il mondo. Quale migliore occasione per un editore italiano di invitare “Lazzaro” a scrivere, con lo stesso titolo, «una sbrodolata a dir poco razzista» – parole di Dario Fo – di cui in Italia sono state vendute 700mila copie in sole due settimane! È la curiosità, è il nome Fallaci, o è una lezione di intolleranza – come ha dichiarato Tiziano Terzani, collega e amico dell’autrice – destinata a influenzare tanti giovani nelle scuole, in contrapposizione alle argomentazioni buoniste da libro Cuore?

Per fortuna il Corriere della Sera ha avuto l’accortezza di pubblicare anche le controargomentazioni dell’altrettanto famosa Dacia Maraini, sintetizzabili nel passaggio: «Le civiltà salgono e scendono, hanno momenti di prosperità e momenti di stasi e di povertà. Ma certamente è folle attribuire ai poveri la colpa di essere tali». Qualche editore le ha poi chiesto di scrivere un libro? La sua replica è stata immediatamente tradotta in tutto il mondo?

Comunque sia, non disperiamo, un pezzo significativo d’Italia che merita l’appellativo di “intellettuale” esiste ancora. I tempi bui passeranno, bisogna solo aspettare pazienti, avendo fiducia nelle parole dello scomparso Montanelli: gli italiani, ogni 50/60 anni, hanno probabilmente bisogno di una “vaccinazione”, cioè di sperimentare il peggio sulla propria pelle. Solo dopo dispongono degli anticorpi che immunizzano da derive analoghe. Per un paio di generazioni.

Für italienische Diplomaten im Ausland sind harte Zeiten angebrochen, wir möchten keinesfalls mit ihnen tauschen. Die gelinde gesagt unglücklichen Äußerungen des italienischen Premierministers, der sich auch das Amt des Außenministers angeeignet hat, wiederholen sich in regelmäßigen Abständen. Zu diesen jüngsten Behauptungen, die sogar gegenüber wichtigen ausländischen Tageszeitungen gemacht wurden, gehören auch die über eine vermeintliche „linke Unterwanderung der RAI“ und die über eine „Verschwörung der linken Richterschaft gegen seine Person“. Nicht nur unserer Meinung nach handelt es sich hierbei um eine Verleumdung des eigenen Landes. Der Cavaliere täte gut daran, von seinen diplomatischen Vertretern im Ausland zu lernen, sich in angemessener Weise zu äußern, da dieses in seiner Welt nicht üblich zu sein scheint.

Es vergeht keine Woche, ohne daß Italien aus dem einen oder anderen Grund von der Weltpresse verspottet wird, und als ob dieses nicht schon genügte, geben auch andere bekannte Persönlichkeiten kritische Stellungnahmen ab, die dem kulturellen Ruf des Landes wenig Ehre machen. Die Journalistin und Autorin Oriana Fallaci beispielsweise hat nach der Tragödie der Twin Towers ihrem zehnjährigen New Yorker Schweigen ein Ende gemacht und sich wieder zu Wort gemeldet, wozu der allmächtige Corriere sie animierte, so wie einst Jesus Lazarus vom Totenbett aufstehen ließ, und zwar nahm sie sich sogar die Freiheit zu sagen: „Der Fortbestand unserer Zivilisation muß geschützt werden“ und „wenn in einigen Ländern Frauen dumm genug sind, den Tschador zu akzeptieren, ist es ihr Problem“.

Ihr Artikel mit dem Titel „Der Zorn und der Stolz“ stellt ein größtmögliches Beispiel für Haß und Intoleranz dar und hat weltweit Diskussionen und Kontroversen ausgelöst.

Diese nahezu einmalige Gelegenheit hat ein italienischer Verleger sogleich genutzt, unseren Lazarus dazu aufzufordern, unter demselben Titel ein nach Dario Fos Einschätzung „gelinde gesagt rassistisches Pamphlet“ zu schreiben, von dem in Italien in nur zwei Wochen 700.000 Exemplare verkauft wurden. Liegt es an der Neugier, liegt es am Namen Fallaci oder liegt es, wie der Kollege und Freund der Autorin Tiziano Terzani erklärte, an der Lehrstunde in Intoleranz, die viele Schüler in Form eines Kontrapunktes zu den menschenfreundlichen Thesen des Kinderbuches Cuore beeinflussen wird?

Glücklicherweise erwies sich der Corriere della Sera als besonnen genug, auch die Stellungnahme der ebenfalls berühmten Dacia Maraini zu veröffentlichen, die ihre Thesen in der folgenden Passage zusammenfaßt : „Zivilisationen steigen auf und steigen ab, sie erleben Phasen des Wohlstandes sowie der Stagnation und der Armut. Aber es ist mit Sicherheit völlig unsinnig, den Armen selbst die Schuld für ihre Armut zuzuweisen.“ Welcher Verleger forderte die Maraini umgehend dazu auf, ein Buch zu diesem Thema zu schreiben? Wurde ihre Entgegnung sofort weltweit übersetzt?

Wie dem auch sei, wir sollten nicht verzweifeln, denn es gibt durchaus noch einen nicht unbedeutenden Teil Italiens, der es verdient, als „intellektuell“ bezeichnet zu werden. Die dunklen Zeiten werden ein Ende finden, wir müssen nur ein wenig Geduld aufbringen und den Worten des verstorbenen Montanelli vertrauen: Alle 50 bis 60 Jahre braucht Italien wahrscheinlich eine „Impfung“, d.h. es muß das Schlimmste am eigenen Leib erfahren. Erst danach verfügt es wieder über Antikörper, die es für einen Zeitraum von einigen Generationen gegen vergleichbare Entgleisungen immunisieren.