C'ero anch'io Ein Genueser hat die G-8-Tage von Genua live erlebt |
di Fausto Macrì |
Deutsch von Martin Steindor |
| Sono
di Genova ed ero a Genova prima, durante e dopo il G8. In quei giorni avrei
potuto andarmene via, come del resto hanno fatto in molti, ma sono rimasto,
forse per poter dire, un giorno, cero anchio. Col
senno del poi, non credo sia stata la scelta giusta.
Siamo a metà luglio, manca più di una settimana allinizio del vertice e già si impara ad apprezzare le piccole cose della vita, come riuscire a comprare il pane, viveri o a fare benzina. La maggior parte dei negozi è chiusa, anzi barricata. Rimane aperto solo qualche supermercato, poi nulla. Mezza città è scomparsa o mimetizzata: le insegne di McDonalds, Shell, Esso, Mercedes e via dicendo vengono nascoste e di colpo ci si accorge di cosa vuol dire la globalizzazione. Non rimane più niente, siamo già stati globalizzati e non me ne ero accorto. È una città blindata: tutti i tombini sono stati piombati, grate e cancelli chiudono la zona rossa e le mille vie di accesso al centro storico. Ricorda un po Berlino ai tempi del muro, ma il senso di inquietudine che provo è maggiore. Forze dellordine ovunque. Una sera, tornando a casa, devo sottostare a tre diversi controlli; il mattino seguente stessa procedura. È una città in quarantena. Incontro un mio amico di infanzia, ora è poliziotto: mi dice che si sta esagerando, troppe precauzioni; quello che impressiona sono invece i giornalisti, fotoreporter e affini, a migliaia da tutto il mondo. Non succede ancora nulla, ma la tensione è palpabile. Decido di tornare a casa per seguire la diretta alla TV, il giorno dopo sarebbe venuto un mio amico da Firenze e avrei partecipato con lui alla manifestazione già prevista. Al pomeriggio succede tutto quello che il mondo ha visto. Guardo le immagini alla TV ed è veramente angosciante. Ora la città è spaccata in due; viene chiusa anche la via a monte e i collegamenti pubblici sono soppressi. La sera trasmettono le immagini del ragazzo ucciso; vi è quasi la speranza di vedere la faccia di un Bossi o di un Gasparri da giovani e invece è solo quella di un ragazzino con lespressione un po perplessa di chi è capitato su questo mondo per sbaglio. Non si riesce neanche più a pensare che, in fondo, se la sia cercata. Sabato sono in corteo insieme al mio amico e al suo gruppo della Lega Ambiente di Firenze; con noi migliaia di persone da tutta Italia, venute per manifestare in modo assolutamente pacifico. Già sappiamo che anche oggi ci saranno scontri, soprattutto dopo quello che è successo ieri. Speriamo solo di non restarne coinvolti. Nel corteo funziona un servizio dordine; occorre evitare che chi vuole usare violenza si infiltri allinterno del corteo, come è avvenuto ieri. Pare che proprio per questo le forze dellordine abbiano picchiato nel mucchio e quindi anche chi manifestava in modo pacifico. Camminando vediamo però i black bloc che si preparano alla battaglia: rompono bottiglie di vetro, le riempiono di sassi e si coprono il volto. Ci si chiede perché mai la polizia non intervenga per fermarli in tempo. In qualche modo riusciamo ad evitare gli scontri, non li vediamo direttamente, ma si sentono i rumori e il fumo acre dei lacrimogeni. Alle sei di sera il corteo raggiunge finalmente il suo epilogo, ma non si può tornare indietro perché alle nostre spalle pare che vi sia il finimondo. Troviamo ospitalità da una famiglia genovese che ci invita a entrare per rinfrescarci. Guardiamo alla TV le immagini in diretta e nessuno riesce a credere a ciò che vede. Infine riusciamo a tornare indietro, ma la via del ritorno è come un campo di battaglia: macchine incendiate, tutte le banche con le vetrine sfondate e a terra decine di piccioni vittime innocenti dei lacrimogeni. Alle undici il mio amico prende il treno per Firenze, io invece lautobus urbano: entrambi impieghiamo lo stesso tempo per tornare a casa. Nei giorni successivi si commenta fra amici ciò che è successo e quello che si è visto: incontro di nuovo il mio amico poliziotto e gli chiedo della caserma dove pare siano state compiute violenze da parte della polizia. Dice che era presente, ma mi prega di non insistere con le domande, perché si vergogna di quello cui ha assistito. Siamo a settembre, ma per i genovesi non è ancora finita: la piazza dove è stato ucciso il ragazzo è diventata meta turistica, la polizia sta identificando i manifestanti violenti attraverso le foto. Un amico incontrato per caso mi racconta che è stato fotografato nellatto di lanciare una pietra durante gli scontri. Mi chiede di testimoniare che quel giorno eravamo insieme da tuttaltra parte. Mi dispiace, ma io ero insieme alla Lega Ambiente. Sezione di Firenze.
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Ich
stamme aus Genua und war dort vor, während und nach dem G8-Gipfel auf.
Während dieser Zeit hätte ich wegfahren können, wie es viele
getan haben, aber ich bin geblieben, vielleicht, um sagen zu können:
Auch ich war dort. Im Nachhinein betrachtet glaube ich nicht,
daß das die richtige Entscheidung war.
Wir haben Mitte Juli, noch mehr als eine Woche bis zum Gipfel, und man lernt so alltägliche Dinge, wie erfolgreich Brot oder Lebensmittel zu kaufen oder den Wagen vollzutanken, bereits schätzen. Die Geschäfte sind größtenteils geschlossen, genauer gesagt, verbarrikadiert. Einige Supermärkte bleiben geöffnet, sonst nichts. Die halbe Stadt ist verschwunden oder hält sich versteckt: die Leuchtschilder von McDonalds, Shell, Esso, Mercedes usw. werden verdeckt, und mit einem Mal wird einem klar, was Globalisierung bedeutet. Es gibt keinen Ausweg, wir sind schon globalisiert, ohne daß es mir bewußt wurde. Die Stadt gleicht einer Festung: alle Kanaldeckel sind verplombt, Zäune und Absperrgitter umschließen die rote Zone und die vielen Zugangswege zum historischen Stadtzentrum. Das erinnert mich ein wenig an Berlin zu Zeiten der Mauer, wirkt auf mich jedoch noch beunruhigender. Überall Ordnungskräfte. Eines Abends werde ich auf dem Nachhauseweg dreimal kontrolliert; am anderen Morgen die gleiche Prozedur. Es ist eine Stadt in Quarantäne. Ich treffe einen alten Jugendfreund, der jetzt Polizist ist: Er sagt mir, sie übertreiben, es gebe zu viele Sicherheitsmaßnahmen; was allerdings beeindruckt, sind die Journalisten, Fotoreporter und Ähnliches, zu Tausenden an der Zahl aus aller Herren Länder. Noch passiert nichts, aber die Spannung ist spürbar. Ich beschließe nach Hause zurückzugehen, um die Direktübertragung im Fernsehen zu verfolgen, und tags drauf wird ein Freund aus Florenz kommen, und wir werden gemeinsam an der bereits geplanten Demonstration teilnehmen. Am Nachmittag geschieht all das, was alle Welt gesehen hat. Ich verfolge die Übertragung, und es ist wirklich beängstigend. Die Stadt ist jetzt zweigeteilt; auch die Bergstraße wurde gesperrt und der Betrieb der öffentlichen Verkehrsverbindungen eingestellt. Am Abend werden die Bilder jenes getöteten jungen Mannes übertragen; man hofft dabei fast, das Gesicht eines Bossi (Lega Nord) oder eines Gasparri (Alleanza Nazionale) in jungen Jahren zu sehen, jedoch ist es nur jenes eines jungen Mannes, mit dem etwas verwirrten Ausdruck von jemandem, der irrtümlich in diese Welt gelangt ist. Man mag auch nicht mehr denken, daß er eigentlich es gewollt hat. Am Samstag beteilige ich mich zusammen mit meinem Freund und seiner Gruppe der Lega Ambiente von Florenz an der Demonstration; mit uns Tausende aus ganz Italien, die in der Absicht gekommen sind, absolut friedlich zu demonstrieren. Wir wissen schon, daß es auch heute Zusammenstöße geben wird, vor allem nach dem, was gestern passiert ist. Wir hoffen nur, daß wir nicht dort hineingeraten. Im Demonstrationszug gibt es Ordner; es muß verhindert werden, daß sich Gewalttätige unter die Demonstration mischen, wie es gestern passiert ist. Das war wahrscheinlich der Grund, weshalb die Ordnungskräfte in die Menge hineinschlugen und damit auch die friedlichen Demonstranten trafen. Im Vorbeigehen sehen wir jedoch, wie die Leute des Schwarzen Blocks, sich auf die Schlacht vorbereiten: Sie zerbrechen Glasflaschen, füllen sie mit Steinen und vermummen sich. Da fragt man sich, warum die Polizei nicht eingreift, um ihnen rechtzeitig Einhalt zu gebieten. Irgendwie schaffen wir es, Zusammenstöße zu vermeiden, wir bekommen sie jedenfalls nicht direkt zu Gesicht, hören jedoch den Lärm und spüren den beißenden Geruch des Tränengases. Um sechs Uhr findet schließlich die Abschlußkundgebung statt, aber eine Rückkehr ist nicht möglich, weil hinter uns der Weltuntergang stattzufinden scheint. Wir finden Aufnahme bei einer genuesische Familie, die uns zu einer Erfrischung zu sich einlädt. Wir sehen im Fernsehen die Direktübertragung, und keiner kann glauben, was er da sieht. Schließlich gelingt es uns, zurückzukehren, aber der Rückweg gleicht einem Schlachtfeld: verbrannte Autos, zerbrochene Fensterscheiben bei allen Banken und am Boden zig Tauben als unschuldige Opfer des Tränengases. Um elf Uhr nimmt mein Freund den Zug nach Florenz und ich den Stadtbus: Wir brauchen beide die gleiche Zeit um nach Hause zu gelangen. Während der folgenden Tage tauschen wir uns im Freundeskreise darüber aus, was passiert ist und was wir gesehen haben: Ich treffe wieder meinen Freund, den Polizisten, und frage ihn nach der Kaserne, wo Gewaltakte der Polizei stattgefunden haben sollen. Er sagt, daß er dabei war, aber bittet mich nicht weiter zu fragen, weil er sich für alles schämt, was er gesehen hat. Wir haben September, aber für die Genueser ist die Angelegenheit noch nicht vorbei: Der Platz, wo der junge Mann getötet wurde, ist zum Wallfahrtsort geworden, und die Polizei ist dabei, gewalttätige Demonstranten auf Fotos zu identifizieren. Ein Freund, den ich zufällig treffe, erzählt mir, daß er während der Zusammenstöße fotografiert wurde, als er einen Stein warf. Er bittet mich zu bezeugen, daß wir an jenem Tage zusammen an einem völlig anderen Ort waren. Ich bedaure, aber ich war mit der Lega Ambiente. Sektion Florenz. |