Chinatown in Florenz L'integrazione dei bambini stranieri in Italia |
von Regine Hartung |
Italiano di Barbara Muraca |
| China
das ist für einige Italiener gar nicht mehr das weit entfernte,
exotische Land, sondern gelebte Nachbarschaft, gleich um die Ecke. Seit
ungefähr zehn Jahren entwickelt sich das klassische Auswandererland
Italien in ein multikulturelles Einwandererland. In der Toskana und dort
speziell in Florenz und Umgebung sind die neuen Nachbarn der klassischen
italienischen Familie Rossi nicht mehr die sogenannten inneritalienischen
Migranten aus Süditalien, wie es bis in die siebziger Jahre
der Fall war, sondern vor allem Chinesen, Albaner, Marokkaner, Roma aus
Ex-Jugoslawien und Rumänen. Ein buntes Völkergemisch
unterschiedlichster Sprachen, aber auch unterschiedlichster kultureller
Prägung.
Wie geht die Region mit diesen Migranten um? Welche Maßnahmen bietet sie ihnen zur Integration in die Gesellschaft? Ein internationaler EU-Fortbildungskurs für pädagogische Kräfte gab in diesem Oktober Einblicke in die Schulpolitik und konkrete Projekte der Gemeinde Florenz. Die Projekte bei COSPE (Kooperative für die Entwicklung der aufstrebenden Länder) einer NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) in Florenz vermittelten den Eindruck, dass hier Leute die langjährige Migrationserfahrung anderer Länder genau beobachtet haben und ihre Konsequenzen daraus gezogen haben: Bei all seinen Aktivitäten und Produkten verfolgt COSPE einen integrativen Ansatz, bei dem alle wichtigen Zielgruppen angesprochen werden, also sowohl italienische Lehrer, Sozialarbeiter, Schulverwaltung etc., als auch ausländische Eltern, Lehrer und Schüler. Diese Art Vernetzung ist in Deutschland längst noch nicht selbstverständlich, da ja z.T. unterschiedliche Behörden für die verschiedenen Zielgruppen zuständig sind. Zudem nutzen sie die Mittel der Neuen Medien auch dies keine Selbstverständlichkeit in Deutschland! Wie sehen nun genau die Aktivitäten aus? Da ist zum einen das Crocus-Projekt (Cross Cultural Satellite Services for immigrant communities in Europe), das COSPE mit einigen lokalen, aber auch mit renommierten europäischen Partnern durchführt: Es handelt sich um einen Satelliten- sowie Internet-Service, der von multilingualen Formularen über Videoclips zu Erziehungsfragen bis zu (z.T. interaktiven) Lehr- und Lernmateralien und Teleunterricht alles rund um das Thema Integration und Sprache bietet. Neben dieser virtuellen Welt, die dank der ESA (European Space Agency) und anderen europäischen, nationalen und kommunalen Sponsoren gefördert wird, existiert jedoch noch die reale Welt und die trägt im Florentiner Stadtteil mit dem schönen Namen 5 den verheißungsvollen Namen Centro Gandhi. Der Stadtteil wirkt von der Hauptstraße aus nicht unattraktiv: rechts kleine Häuser, zum Teil mit Gärten, links moderat niedrig gebaute Sozialwohnungen. Wenn man jedoch erfährt, dass der Stadtteil auf der Mülldeponie der nahegelegenen Müllverbrennungsanlage gebaut worden ist, und man dies im Sommer durch einen äußerst unangenehmen Geruch wahrnimmt, ist das Bild schon ein anderes. Außerdem stellt die Hauptstraße gleichzeitig die Grenze in diesem Stadtteil dar, zwischen italienischer Bevölkerung und ausländischer Bevölkerung, wobei letztgenanntere, wie z.B. die Chinesen, nicht nur in den Sozialwohnungen wohnen, sondern ganze Familien inklusive der Kinder bis spät in die Nacht hinein beispielsweise Taschen Made in Italy produzieren, die die Touristen dann auf Florenz malerischen Märkten so gerne kaufen. Jeden Tag kommen in diesem Stadtteil zwei bis drei Schüler frisch aus einem Winkel der Welt in die italienische Schule, ohne Sprache und geschweige denn Kultur zu kennen. Das Centro Gandhi, das ganz neu im Oktober diesen Jahres in dem Stadtteil eröffnet wurde, will ihnen, aber auch ihren Eltern, Lehrern, betreuenden Sozialarbeitern und ihren italienischen Klassenkameraden bei der Integration helfen. Das Besondere dabei ist, dass die frisch angekommenen ausländischen Schüler sofort eine italienische Klasse besuchen, damit sie im Sinne des Immersions-Ansatzes gleich in die Kultur und Sprache eintauchen und diese in der Kommunikation mit den anderen Schülern hören und selbst gebrauchen lernen. Nur für den gezielten Italienisch-Unterricht in den ersten sechs Monaten verlassen die Schüler die nahe gelegene Schule ca. drei Mal pro Woche und begeben sich in das Centro Gandhi. So beispielsweise drei chinesische Schüler zwischen 14 und 16 Jahren, die gerade von einer Vermittlerin für Sprache und Kultur so die offizielle Berufsbezeichnung auf Chinesisch zu ihrer bisherigen Schullaufbahn u.a. befragt werden. Sie fühlen sich geschmeichelt, dass ich mich für sie interessiere und beantworten gerne meine Fragen. Natürlich wollen sie auch wissen, ob ich bisher in Deutschland mit chinesischen Schülern zu tun hatte doch das muss ich verneinen... Und was wird dem pädagogischen Personal geboten? In einem Fortbildungskurs zum Thema interkulturelle Erziehung für die im Centro Gandhi tätigen Erzieher wird über die Erziehungsziele der Kinderkrippe am Beispiel des Begriffs Erziehung zur Autonomie des Kindes diskutiert. Die Seminarleiterinnen zeigen auf, dass dieser Begiff in China etwas ganz anderes heißen kann: Die Beziehung zwischen chinesischen Kindern und Eltern ist zunächst sehr eng, was sich auch in starker körperlicher Nähe ausdrückt. Mit Schuleintritt ändert sich dies abrupt. Die Kinder sind nun für sich selbst verantwortlich und müssen in der Schule kleine Dienste übernehmen, wie z.B. ihre Räume putzen, ihre Betten nach der Mittagsruhe selbst machen etc... für italienische Kinder anscheinend keine Selbstverständlichkeit! Kein Wunder, dass ein chinesisches Kind, das beispielsweise in Italien alleine zur Schule geht oder alleine draußen spielt, von seinen italienischen Mitmenschen (sei es nun Nachbarn, Lehrer oder andere) negativ als von seinen Eltern vernachlässigt betrachtet wird... Aber wer weiß vielleicht wird die chinesische Migration ja auch ihre Auswirkungen auf die italienische Kultur haben wir werden sehen... Auf jeden Fall wird es spannend sein, die Entwicklung des Einwandererlandes Italien und die nun entwickelten Projekte weiterzuverfolgen und daraus vielleicht auch etwas für das eigene Land mitzunehmen! |
La
Cina, per gli italiani, non è più un paese lontano o una terra
esotica, bensì un vero e proprio vicino di casa, qui dietro
langolo. Da circa dieci anni infatti lItalia, un tempo terra
di emigranti per antonomasia, sta diventando un paese multiculturale, meta
dellimmigrazione. In Toscana e specialmente a Firenze i nuovi vicini
di casa del buon vecchio signor Rossi non sono i cosiddetti emigranti
interni provenienti dal Meridione, come è stato fino agli anni
Settanta, ma piuttosto Cinesi, Albanesi, Marocchini, Rom della ex Jugoslavia
e Rumeni. Si tratta di un bel mix di popoli dalle lingue più svariate
e dalle più diverse culture.
Che cosa fa la Regione in proposito? Che cosa offre a queste persone per favorirne lintegrazione nella società? Un corso di aggiornamento europeo per insegnanti ha permesso di dare uno sguardo alle politiche scolastiche e ad alcuni progetti concreti del Comune di Firenze. Nei progetti del COSPE (Cooperativa per lo Sviluppo dei Paesi Emergenti), un Ente non governativo con sede a Firenze, è stata condotta unacuta analisi delle decennali esperienze di altri paesi nel campo dellimmigrazione e ne sono state tratte conseguenze determinanti per le attività locali: il COSPE applica in tutte le sue attività un principio di integrazione, in base al quale vengono coinvolti tutti i destinatari più importanti, sia insegnanti italiani, assistenti sociali, amministrazione scolastica ecc., sia genitori, studenti e insegnanti stranieri. In Germania questo tipo di interconnessione è tuttaltro che ovvia, poiché utenti diversi hanno come riferimento, in parte, enti pubblici distinti. Inoltre il COSPE utilizza nuovi strumenti multimediali, altra cosa che in Germania non è affatto scontata. Quali sono, in dettaglio, le attività svolge il COSPE? Uno dei progetti è il Crocus (Cross Cultural Satellite Services for immigrant communities in Europe), realizzato in cooperazione con alcuni istituti locali e con famosi partner europei. Si tratta di un servizio via satellite e su Internet che offre una vasta gamma di materiali sul tema dellintegrazione e della lingua, come questionari multilingue, video su questioni formative, materiali didattici parzialmente interattivi e lezioni in rete. Accanto a questo mondo virtuale, sostenuto e promosso dallESA (European Space Agency) e da altri sponsor a livello europeo, nazionale e comunale, continua ad esistere il mondo reale che, nel quartiere cinque di Firenze, porta un nome che è tutto un programma: Centro Gandhi. Passeggiando per le strade del quartiere limpressione è gradevole: a destra casette con giardino, a sinistra case popolari in palazzine relativamente basse. Tuttavia limmagine cambia appena si viene a sapere che il quartiere è stato costruito sulla discarica del vicino inceneritore di rifiuti; è impossibile non rendersene conto specialmente in estate per via dello sgradevole odore che si diffonde. Inoltre proprio la strada principale del quartiere segna nettamente il confine tra la popolazione italiana e quella straniera. Tra gli stranieri, ad esempio, i cinesi non si limitano ad abitare nelle case popolari, ma tutti quanti, compresi i bambini piccoli, lavorano fino a tarda notte per produrre le famose borse made in Italy che poi i turisti entusiasti compreranno nei tanti tipici mercati fiorentini... In questo quartiere, ogni giorno almeno due o tre bambini appena arrivati da un qualche angolo del mondo si presentano alla scuola italiana, senza conoscere la lingua e tanto meno la cultura del loro nuovo paese. Il Centro Gandhi, inaugurato proprio nellottobre di questanno nel quartiere fiorentino, intende aiutare questi bambini nel percorso dintegrazione, ma anche i genitori, gli insegnanti, gli assistenti sociali che si occupano di loro, nonché i compagni di classe italiani. La caratteristica più interessante del centro è il fatto che i bambini stranieri arrivati di fresco vengono subito inseriti in una classe italiana secondo il programma Immersion, mediante il quale i piccoli si integrano immediatamente nella nuova cultura e nella nuova lingua, che possono ascoltare ed utilizzare nella comunicazione con gli altri compagni di scuola. Durante i primi tre mesi i bambini lasciano la scuola soltanto per lezioni di italiano tenute specificamente per loro nel vicino Centro Gandhi, circa tre volte alla settimana. Tre ragazzi cinesi tra i 14 e i 16 anni, con laiuto di una mediatrice interculturale e linguistica (questa la denominazione ufficiale della sua professione) che ci fa da interprete, mi raccontano del loro curriculum scolastico: si sentono onorati del mio interesse nei loro confronti e rispondono con piacere alle domande. Naturalmente vogliono anche sapere se in Germania io abbia avuto a che fare con ragazzi cinesi, ma purtroppo sono costretta a rispondere negativamente. Che cosa offre il Centro al personale docente? Nellambito di un corso di aggiornamento per gli educatori del Centro Gandhi sul tema formazione interculturale, si discute ad esempio degli obiettivi della scuola materna a partire dal concetto di autonomia del bambino. I formatori mettono in rilievo il fatto che in Cina questo concetto può avere un significato completamente diverso: in Cina i rapporti tra genitori e bambini prescolari sono estremamente stretti, cosa che si manifesta anche con una notevole vicinanza fisica. Con lingresso a scuola la situazione cambia di colpo. Da quel momento in poi i bambini sono responsabili di se stessi e devono assumersi dei piccoli incarichi a scuola, come ad esempio pulire le aule, rifare i letti dopo il riposino pomeridiano ecc. A quanto pare, cose tuttaltro che ovvie per i bambini italiani! Non cè da stupirsi che un bambino cinese, che qui va a scuola da solo o gioca fuori da solo, venga giudicato dagli Italiani (vicini di casa, insegnanti ecc.) in modo decisamente negativo, nonché considerato un bambino trascurato dai genitori. Chissà che limmigrazione cinese non riesca ad avere una qualche influenza anche sulla cultura italiana... In ogni caso sarà interessante assistere agli sviluppi dellItalia come terra di immigrazione e osservare il procedere di questi progetti, traendone magari utili insegnamenti anche per il proprio paese! |
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Ulteriori informazioni sulle attività
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