G8-Lehre

Quali sono i veri interessi che stanno dietro ai frequenti vertici dei capi di stato G8?

von Martin Steindor
 
Italiano di Claudio Paroli
Der Einsatz der Sicherheitskräfte während des Genua-Gipfels wurde von den demonstrierenden Globalisierungsgegnern mit Unverständnis und Entsetzen quittiert. Daß gegen friedliche oder sogar schlafende Demonstranten mit einer solchen Gewalt vorgegangen wurde, paßt einfach nicht in das Weltbild von Globalisierungsgegnern oder alternativen Globalisierungsbefürwortern, die doch nichts anderes im Sinne hatten, als zur Lösung der schweren weltwirtschaftlichen Probleme, die auf dem Gipfel ihrer Ansicht nach gewälzt wurden, mit ihren alternativen Lösungsvorschlägen beizutragen.

Offiziellen Verlautbarungen zufolge konnte man in der Tat den Eindruck gewinnen, auf dem Gipfel würden „Probleme der Globalisierung“ verhandelt wurden, deren Lösung mehr oder weniger der gesamten Weltbevölkerung zugute käme. Allein am Aufmarsch der Sicherheitskräfte hätte man jedoch schon merken können, daß der Gegenstand des Gipfels weit weniger harmlos sein würde. Bereits Wochen vor der Veranstaltung wurde mit dem Ausbau der Innenstadt Genuas zur Festung und der Verhängung von Ausreiseverboten für Demonstranten durch deutsche Behörden praktisch aufgezeigt, daß gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei nicht nur stattfinden könnten, sondern mit Sicherheit stattfinden würden. Wenn die Staatsmänner der führenden Industrienationen es für nötig hielten, sich auf diese Weise einzumauern, dann handelte es sich bei ihrer Konferenz offenbar um eine Zeremonie, zu dem sich jegliche kritischen Meinungsbekundungen, und seien sie noch so wohlmeinend und konstruktiv, absolut verbieten. Damit stellten die G8-Staatenlenker klar, daß die exklusive Zuständigkeit in Sachen Weltwirtschaft allein ihnen gebührt – und dies nicht nur gegenüber der gesamten restlichen, nicht nach Genua eingeladenen Staatenwelt, sondern offenbar auch gegenüber ihrer eigenen Bevölkerung. Mit anderen Worten: in Genua ging es nicht um irgendwelche „Weltprobleme“, sondern um die gemeinsame Weltherrschaft der G8-Staaten.

Das Märchen von der „Globalisierung“, das seit Beginn der 90er Jahre von Medien und Politiker verbreitet wird, diese Fiktion von einer okkulten Macht, die angeblich die Geschicke der Weltwirtschaft bestimmt und der die Politik doch ach so hilflos ausgeliefert sei, widerlegt sich damit von selbst. Wenn unter Berufung auf dieses merkwürdige Subjekt hierzulande gegen zu hohe Löhne gewettert wird und zwecks Senkung der Lohnnebenkosten Kranken die sachgerechte Behandlung entzogen und Arbeitslose bekämpft werden, dann geschieht das nicht wegen der „Herausforderungen der Globalisierung“, sondern um Deutschland als Kapitalstandort rentabler zu machen als konkurrierende Staaten – und damit seine Stellung als Weltwirtschaftsmacht zu erhalten und auszubauen. Daß dies jeder der G8-Staaten will, das ist Grund und Gegenstand dieser Konferenz: Das Funktionieren „unserer“ Weltwirtschaft gerät zum Gegenstand „zäher Verhandlungen“ und läßt erkennen, daß die Gipfelteilnehmer in diesem Punkte nur eines gemeinsam haben, nämlich die internationale Regelung des weltweiten Handelns und Wandelns möglichst zu ihren eigenen Gunsten (und damit zum Schaden der Konkurrenten) zu beeinflussen.

Einen Erfolg konnten die Gipfelteilnehmer jedoch vermelden: Voller Stolz verkündete Bundeskanzler Schröder, daß man sich nun auf einen Schuldenerlaß für die ärmsten Staaten der Dritten Welt geeinigt habe. Die Genugtuung der Globalisierungsgegner darüber, daß man damit ihren Vorstellungen wenigstens ein Stück weit entgegengekommen sei, ist allerdings fehl am Platze. Diese großzügige Geste des Schuldenerlasses offenbart nämlich die ganze Wahrheit über das Verhältnis zwischen den Industriestaaten und den sogenannten Entwicklungsländern. Letztere können ohne Kredite der Industriestaaten überhaupt nicht existieren. Zur Bedienung dieser Kredite bleibt diesen Ländern mangels eigener wettbewerbsfähiger Produktion (die befindet sich ja seit Jahrzehnten angeblich im Stadium der „Entwicklung“) nichts anderes übrig, als den in den Industriestaaten produzierenden Unternehmen ihre natürlichen Reichtümer, also Bodenschätze und Agrarprodukte, zur Verfügung zu stellen. Und das gegen eine Bezahlung, die sich nicht am Bedarf der Erzeugerländer, sondern an den Erfordernissen der rentablen Verwertung dieser Produkte durch die kapitalistischen Unternehmen bemißt – genau deswegen bleiben den „Entwicklungsländern“ ihre stetig steigenden Schulden dauerhaft erhalten – die sie andererseits nur bedienen können, wenn sie den Industriestaaten weiterhin ihre Rohstoffe abliefern.

Diese „guten“ Wirtschaftsbeziehungen haben überhaupt erst dazu geführt, daß es nun immer mehr „ärmste Länder der Dritten Welt“ gibt. Das Attribut „arm“ verdanken diese Staaten einzig und allein ihren werten Partnern, von deren Zahlungen sie ausschließlich abhängen und die ihnen im Laufe der neunziger Jahre den Geldhahn nach und nach zugedreht haben – mit der Begründung, die ganze „Entwicklungshilfe“ hätte ja ohnehin nichts genützt, da sie die Empfängerländer nicht aus ihrer Abhängigkeit befreit habe. Eine saubere Argumentation: da unterhalten die kapitalistischen Nationen jahrelang in der restlichen Welt eine Reihe von Staaten ausschließlich mit dem Zweck, deren Naturprodukte abzubauen – und jetzt beklagen ihre Lenker die daraus folgende Verarmung von Land und Leuten als Mißerfolg, gerade so, als hätten sie jemals beabsichtigt, sich statt billiger Rohstoffquellen konkurrierende Industriestaaten heranzuzüchten.

Wozu die „Entwicklungshilfe“ wirklich da war, sieht man direkt an ihren Resultaten: zum Beispiel an „Staaten“ wie Nigeria, das dem Ölmulti Shell so gut wie gehört, oder dem Kongo, wo das Überleben der Leute darin besteht, sich in rivalisierenden Milizen Gefechte um die Kontrolle des Diamantabbaus zu liefern – was Fernsehberichterstatter dann zum Anlaß nehmen, dem Zuschauer zu demonstrieren, wie unzivilisiert die Afrikaner doch seien, wenn sie dauernd untereinander Krieg führten, anstatt ihr Land aufzubauen... woran man mal wieder sehe, daß Entwicklungshilfe eben doch rausgeschmissenes Geld sei.

Auf die Bedienung der Schulden solcher Länder wollen die G8-Staaten jetzt verzichten – und ernten ob dieser Großzügigkeit von idealistischen Weltverbesserern auch noch Lob.

Le azioni delle forze dell’ordine contro i dimostranti durante il vertice G8 di Genova sono state interpretate da questi ultimi con incomprensione e indignazione. Agire con tale violenza contro manifestanti pacifici, cogliendoli addirittura nel sonno, è semplicemente intollerabile sia per i no global, sia per coloro che la globalizzazione la intendono in modo alternativo. Unico scopo dei dimostranti era infatti contribuire con proposte alternative alla soluzione degli enormi problemi economici planetari che, a loro parere, sarebbero stati trattati nel corso del vertice.

Secondo le dichiarazioni ufficiali, in effetti, si potrebbe avere l’impressione che nel corso del vertice si sia discusso dei “problemi della globalizzazione”, dalla cui soluzione trarrebbe beneficio più o meno l’intera popolazione mondiale. Considerando semplicemente il massiccio schieramento di forze dell’ordine, si poteva peraltro notare fin da subito che quel vertice sarebbe stato assai meno pacifico del previsto. Già settimane prima del summit il centro della città era stato trasformato in fortificazione e il divieto di espatrio comminato dalle autorità tedesche ai manifestanti dimostrava in modo eclatante che gli scontri con la polizia non solo si sarebbero potuti verificare, ma si sarebbero verificati con certezza. Se i capi di Stato dei paesi maggiormente industrializzati avevano ritenuto assolutamente necessario barricarsi in quel modo, allora la loro conferenza non era altro che una cerimonia, nei confronti della quale doveva essere del tutto proibita ogni possibilità di esprimere un’opinione, per quanto costruttiva e benintenzionata fosse. In tal modo gli uomini del G8 hanno espresso senza mezzi termini che solo a loro spetta trattare in modo esclusivo le questioni economiche del pianeta, e ciò non solo a scapito di tutti gli altri stati del mondo non invitati a Genova, ma anche della propria popolazione. In altre parole, a Genova il tema non era un qualsivoglia problema planetario, bensì il dominio planetario comune da parte degli stati G8.

La favola della “globalizzazione” messa in circolazione da media e politici a partire dagli anni Novanta, quella finzione di potere occulto che determinerebbe la storia dell’economia mondiale, alla quale la stessa politica sarebbe – oddìo – così ineluttabilmente sottomessa, si contraddice pertanto da sé. Se nel nostro paese, rifacendosi a tale soggetto singolare, si inveisce contro retribuzioni troppo alte, si rifiuta un’idonea assistenza dei malati per poter ridurre i contributi aziendali e si combatte la disoccupazione, ciò non è per far fronte alla “sfida della globalizzazione”. L’obiettivo è fare della Germania un paese concorrenziale, in cui sia interessante investire capitali, per mantenere così la sua fetta di potere nell’economia mondiale. Questa, e solo questa, è l’ambizione di ogni stato G8, nonché obiettivo e materia di fondo di quella conferenza. Che il funzionamento della “nostra” economia diventi oggetto di “fittissime trattative” tradisce il fatto che i partecipanti al vertice, in merito alla questione, hanno una sola cosa in comune: influire sulla regolamentazione dei commerci e degli affari internazionali possibilmente a proprio vantaggio, danneggiando in tal modo i concorrenti.

Gli stati partecipanti al vertice hanno potuto conseguire almeno un successo: con grande orgoglio il cancelliere Schröder ha annunciato che ci si è accordati su una remissione del debito accumulato dai paesi più poveri del terzo mondo. La soddisfazione dei no global, per il fatto che almeno una parte delle loro richieste sia stata presa in considerazione, è comunque fuori luogo. Quel gesto generoso del condono dei debiti mette infatti in piena luce la verità dei rapporti fra gli stati industrializzati e i cosiddetti paesi in via di sviluppo. Questi ultimi, senza i crediti dei paesi industrializzati, non potrebbero affatto esistere. Per ottenere questi crediti, mancando di una produzione concorrenziale di beni (evidentemente ormai da decenni “in via di sviluppo”), a questi paesi non resta altro che mettere a disposizione dei grandi gruppi industriali le loro ricchezze naturali, vale a dire materie prime e prodotti agricoli non pagati secondo le necessità dei paesi produttori, bensì secondo il metro della rentabilità di utilizzo da parte delle imprese capitalistiche. Per tale ragione i “paesi in via di sviluppo” restano vincolati in eterno ai propri debiti, che d’altra parte possono essere ripagati solo continuando a fornire materie prime agli stati industrializzati.

Questi “proficui” rapporti commerciali sono la prima causa dell’aumento del numero di paesi da considerare fra “i più poveri del terzo mondo”. E questi stati l’attributo “povero” lo devono unicamente ai loro stimati partner, dalle cui sovvenzioni sono strettamente dipendenti. Senza contare che nel corso degli anni Novanta il rubinetto dei fondi di finanziamento è stato chiuso sempre di più, con la motivazione che tutti gli “aiuti per lo sviluppo” non sono comunque serviti a nulla, in quanto i paesi beneficiari non si sarebbero liberati dalla loro dipendenza. Una motivazione che non fa una grinza. Da anni le nazioni capitalistiche mantengono numerosi stati nel resto del mondo al solo scopo di sfruttarne i prodotti naturali e ora i loro capi lamentano il conseguente impoverimento di paesi e genti, come se invece di utilizzarli come fonti di materie prime a buon mercato avessero mai avuto l’intenzione di fare crescere degli stati industrializzati concorrenziali.

A che fine fossero indirizzati in realtà gli “aiuti per lo sviluppo” lo si vede dai risultati cui hanno portato. Ad esempio in “stati” come la Nigeria, praticamente proprietà della multinazionale Shell, o come il Congo, dove la sopravvivenza della gente consiste nel combattersi in bande armate rivali per il controllo dell’estrazione di diamanti: per i commentatori televisivi un’ottima occasione per dimostrare agli spettatori quanto incivili siano questi africani, che invece di sviluppare il proprio paese continuano a guerreggiarsi a vicenda. Da che si deduce con evidenza quanto siano sprecati quei sussidi economici.

Ma gli stati G8 vogliono ora rinunciare al saldo dei debiti di tali paesi, una generosità per la quale gli idealisti che vogliono cambiare il mondo hanno avuto persino parole di elogio.