Minderheiten: ein Problem?

Problema d'integrazione, identità nazionale, principio di autodeterminazione dei popoli

von Martin Steindor
 
Italiano di Barbara Muraca
In der vorletzten Contrasto-Ausgabe wurde über das Verhältnis ethnischer Minderheiten zur Bevölkerungsmehrheit diskutiert. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, warum das Zusammenleben von „Mehrheit“, „Minderheit“ und dem „System“, also dem Staat, überhaupt so problematisch ist. Was unterscheidet Einwanderer so sehr von den „Einheimischen“, daß so viel vom „Integrationsproblem“ oder gar von der „Überfremdung“ die Rede ist?

Der erste Schritt der Ausgrenzung eines jeden Nicht-Deutschen erfolgt bereits bei der Einreise: Das Aufenthaltsrecht teilt die ganze Welt nach politischen Gesichtspunkten in erwünschte und weniger erwünschte Staatsbürger ein. Unzählige Richtlinien schreiben detailliert vor, wer überhaupt ins Land darf, wer ein Touristenvisum, Asyl, befristeten oder dauerhaften Aufenthalt bekommt und wer hier arbeiten oder wählen darf. Die Einwanderer unterscheiden sich also nicht vom Rest der Bevölkerung, sie werden unterschieden, und zwar ganz einfach dadurch, daß ihnen allein aufgrund ihrer nicht-deutschen Nationalität bestimmte Rechte erteilt oder vorenthalten werden.

Daß die Nationalität eines Menschen lediglich seine Rechtsstellung kennzeichnet, will allerdings niemand wahrhaben. Einwanderer werden, wenn sie überhaupt ins Land gelassen werden, von den Politikern (so von Bundespräsident Rau in seiner Rede vom 12. Mai) öffentlich zu einem „Integrationsproblem“ erklärt. Sie warnen in diesem Zusammenhang vor „Überfremdung“, weswegen auch keinesfalls mehr Ausländer kommen sollen, als die Wirtschaft braucht.

Mit dem „Integrationsproblem“ ist keineswegs nur die Schwierigkeit nur, sich mit der deutschen Sprache und der hierzulande üblichen Art und Weise des täglichen Zurechtkommens vertraut zu machen. Diese rein praktischen Erfordernisse sind ja durchaus zu bewältigen - schließlich gilt ja umgekehrt auch in Deutschland die „Auslandsfähigkeit“ zumindest für die angehende Elite als Ausbildungsziel.

Nein, das „Integrationsproblem“ wird damit begründet, die Ausländer hätten eine „andere Kultur“. Wenn jemand also z. B. Schweinefleisch verschmäht, Moslem ist oder eine Art von Kleidung trägt, die in deutschen Kaufhäusern nicht angeboten wird, dann ist das nicht einfach seine Privatsache, sondern es zeigt für Politiker und andere nationalbewußte Menschen offenbar eines: dieser Mensch ist nicht „integriert“, er ist „fremd“, er paßt nicht in die deutsche Gesellschaft.

Inwieweit fremde Bräuche tatsächlich irgendjemanden stören, ist für ein solches Urteil vollkommen irrelevant. So wurde zum Beispiel einer aus der Türkei stammende Lehrerin in Baden-Württemberg die Berufsausübung untersagt, nur weil sie während des Unterrichts ein Kopftuch trug. Oder es fühlen sich Deutsche auf einmal wie „Fremde im eigenen Land“ (so Rau in der o.g. Rede), nur weil sie irgendwo fremdsprachige Hinweisschilder sehen oder mithören, wie sich andere Leute in einer fremden Sprache unterhalten.

Der Grund für diese pauschale Ablehnung „fremder“ Kulturen liegt in einem tief in den Köpfen der Menschen verankerten Nationalismus. Nationalbewußte Staatsbürger begreifen ihre Staatsangehörigkeit nämlich nicht einfach als Rechtsstellung. Sie fühlen sich auch als Deutsche bzw. Italiener, und zwar nicht nur individuell: als Zugehörige ihres jeweiligen Volks fühlen sich Nationalisten mit ihren Landsleuten in besonderer Weise verbunden und grenzen sich von Nicht-Landsleuten entsprechend ab – und das bisweilen so handfest, daß Ausländer hierzulande äußerst gefährlich leben.

Als Merkmal der Volkszugehörigkeit verweisen Nationalisten gerne auf die eigene Kultur. Die Tatsache, daß sich Sprache, Lebensart, Kunst und Wissenschaft in den einzelnen Ländern unterschiedlich entwickelt haben, ist für einen Nationalisten offenbar der Grund, auf kulturelle Errungenschaften des „eigenen“ Volkes, auf die andere nicht verweisen können, so stolz zu sein, als hätte er selbst dazu beigetragen – auch wenn er sie, wenn überhaupt, nur aus dem Schulunterricht kennt.

Wenn Nationalisten an sich selbst und anderen so etwas wie eine „nationale Identität“ entdecken, dann kommt es schon einmal vor, daß sie diese vom bestehenden Staat nicht angemessen repräsentiert sehen und deshalb einen eigenen Staat fordern. Ein besonders krasses Beispiele hierfür liefert die Lega Nord in Norditalien. Diese Partei erklärt nicht nur Ausländer, sondern auch die gesamte italienische Bevölkerung außerhalb Norditaliens für „fremd“. Die Ausrufung des Staates „Padanien“ im Sommer 1999 war keineswegs nur eine harmlose, amüsante Komödie, wie sie hierzulande dem Fernsehzuschauer als „objektive Berichterstattung“ präsentiert wurde. Nach dem Willen der Lega Nord sollte dieser neue Staat dazu dienen, die beabsichtigte Ausgrenzung aller Nicht-Padanier gewaltsam zu vollziehen, sobald es das Kräfteverhältnis zur römischen Zentralgewalt erlaubt.

Nebenbei: Separatistische Bewegungen dieser Art werden von demokratischen Regenten manchmal durchaus gern gesehen (natürlich nur, wenn sie nicht im eigenen Land stattfinden) und für ihre außenpolitischen Ziele genutzt. So wurde im Namen des „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ (wer erteilt dieses Recht eigentlich?) unter tatkräftiger deutscher Mithilfe (Initiator war der damalige Außenminister Genscher) der Staat Jugoslawien in einen jahrelangen Bürgerkrieg gestürzt und schließlich zerschlagen.

Fazit: Konflikte zwischen „Minderheiten“ und „Mehrheiten“ erklären sich nicht einfach mit mangelnder Toleranz. Sie sind das Resultat eines in den Köpfen der Menschen tief verwurzelten Nationalbewußtseins, das darin besteht, in der „Volkszugehörigkeit“ eines Menschen ein persönliches Qualitätsmerkmal zu sehen. Leider interessiert dabei offenbar kaum jemanden, daß seine Nationalität lediglich ein Resultat politischer Machtverhältnisse ist, die sich aus Kriegen, Erbfolgen und Verträgen zwischen den Potentaten zufällig ergeben haben. Zur Erinnerung: Italien und Deutschland existierten vor 150 Jahren noch gar nicht, und vor noch viel längerer Zeit waren beide Gebiete vorübergehend in einem Staatsgebilde vereint.- Und zu irgendeinem „Volk“ gehören zu wollen, käme ohne eine entsprechende staatlich geregelte Erziehung niemandem in den Sinn.

Wurden Ausschreitungen gegen Ausländer bislang nur nebenbei erwähnt und politische Hintergründe nicht selten bestritten, widmet man sich diesem Thema seit dem Bombenanschlag im Juli in Düsseldorf mit demonstrativer Aufmerksamkeit. Politiker aller Parteien scheinen auf einmal wild entschlossen zu sein, dem „rechtsradikalen Sumpf“ das Handwerk zu legen.

Wie diese inszenierte Ausländerfreundlichkeit gemeint ist, hat Bundeskanzler Schröder während seiner Reise durch die neuen Bundesländer klargestellt: es sei nicht hinnehmbar, daß irgendwelche Leute willkürlich darüber entscheiden könnten, wer in diesem Lande unbehelligt leben könne und wer nicht. Die Entscheidung darüber, wer sich hier aufhalten darf, steht nach der hiesigen Rechtsordnung nämlich allein dem Staat zu. Und der hat im August die Greencardregelung in Kraft gesetzt (siehe hierzu die letzte „Contrasto“-Ausgabe), die „nützliche“, also für die Wirtschaft rentable Ausländer feinsinnig von denjenigen Einwanderern unterscheidet, denen die Globalisierung in ihrer Heimat die letzten Lebensgrundlagen entzogen hat. Den gewaltsamen Vollzug dieser Unterscheidung beansprucht der Staat exklusiv für sich und schiebt „unrentable“ Ausländer nach wie vor ab. Dieses Monopol läßt sich der Staat nicht streitig machen - auch nicht von Leuten aus dem rechtsradikalen Umfeld, deren Ziele von der Ausländerpolitik der Bundesregierung gar nicht so weit entfernt sind.

Uno dei temi trattati nel penultimo numero di Contrasto è stato il rapporto che le minoranze etniche hanno con la maggioranza della popolazione. In tale contesto viene da chiedersi perché la convivenza tra la “maggioranza”, la “minoranza” e il “sistema”, in altri termini lo stato, sia così problematico. In ultima analisi che cosa rende gli immigrati tanto diversi dagli “autoctoni” da arrivare a parlare di “problema di integrazione” o addirittura di “imbastardimento dei costumi”?

La prima esperienza di marginalizzazione per ogni non-tedesco si presenta fin dall‘arrivo: le leggi sull’immigrazione in base a criteri politici dividono il mondo in cittadini desiderabili e cittadini meno desiderabili. Norme innumerevoli stabiliscono fin nei dettagli a chi concedere il permesso di ingresso in Germania, a chi un visto turistico, a chi il diritto d’asilo a tempo determinato o indeterminato e a chi la possibilità di lavorare o di votare. Gli immigrati, dunque, non sono di per sé diversi dal resto della popolazione, essi vengono resi diversi per il semplice fatto che a causa della loro nazionalità non tedesca vengono privati o beneficiati di alcuni diritti.

D’altra parte è inaccettabile per chiunque il fatto che sia la nazionalità di una persona a determinarne l’accesso ai diritti: per questo i politici (ad esempio il presidente Rau in un discorso del 12 maggio) riferendosi agli immigrati, a quei pochi che ce l’hanno fatta ad entrare in Germania, parlano pubblicamente di “problema di integrazione”, mettendo in guardia dal pericolo di “imbastardimento dei costumi”, ragion per cui ritengono necessario impedire che entrino più stranieri di quanti non siano utili all’economia.

Con “problema di integrazione” non si intende tanto la difficoltà di apprendere il tedesco o di familiarizzare con le abitudini e le modalità della vita quotidiana. Affrontare queste sfide concrete non pare così difficile, considerato che anche per i tedeschi la capacità di aprirsi all’alterità rappresenta uno degli obiettivi formativi della nuova classe dirigente.

Il “problema di integrazione” viene invece motivato con l‘affermazione che gli stranieri hanno una “cultura altra”. Insomma, se qualcuno disdegna la carne di maiale, è musulmano e indossa vestiti che non si trovano nei grandi magazzini tedeschi, ciò non è affatto una sua questione privata, quanto piuttosto il segno manifesto di un problema, almeno per politici ed altri patrioti: si tratta di una persona “non integrata”, “straniera”, di uno che “non si adatta” alla società tedesca.

In che misura poi tali abitudini diano effettivamente fastidio a qualcuno è del tutto irrilevante per un tale giudizio. In Baden-Württemberg, ad esempio, è stato vietato l’esercizio della professione ad un’insegnante di origini turche solo perché portava il velo in testa durante le lezioni. Dal discorso di Rau pare che i tedeschi si sentano di colpo come “stranieri in patria” solamente perché gli capita di vedere un cartello scritto in un idioma straniero o di sentire persone che parlano in un’altra lingua.

La ragione fondamentale di un tale rifiuto indifferenziato delle “culture altre” è legata ad un nazionalismo ben radicato nella testa della gente. I cittadini dotati di coscienza nazionale non considerano infatti la loro cittadinanza soltanto come una questione di diritti. Essi piuttosto “si sentono” tedeschi o italiani e questo non solo come individui: in quanto appartenenti al loro popolo, i nazionalisti si sentono legati ai loro connazionali in un modo speciale ed escludono di conseguenza gli elementi estranei (con una durezza tale che qui da noi per gli stranieri è diventato estremamente pericoloso vivere).

I nazionalisti fanno di buon grado riferimento alla propria cultura quale elemento caratteristico dell’appartenenza al popolo. A quanto pare la grande varietà con cui i diversi paesi hanno sviluppato lingua, stile di vita, arte e scienza è per un nazionalista motivo sufficiente per essere orgoglioso delle conquiste culturali del “proprio” popolo, conquiste che altri non possono vantare, come se egli stesso avesse contribuito al loro sorgere e non le avesse studiate, nella migliore delle ipotesi, sui banchi di scuola!

Quando i nazionalisti scoprono in se stessi e in altri una sorta di “identità nazionale” possono a volte sentire che lo stato così com‘è non rappresenta in modo adeguato una tale identità e per questo pretendono uno stato proprio. Un esempio estremo di questo atteggiamento è rappresentato dalla Lega Nord in Italia che definisce “stranieri” non solo i non-italiani, ma anche quanti vivono a sud del Po. La proclamazione dello Stato della Padania nell’estate del 1999 non è affatto la commedia allegra e innocua che è stata presentata in Germania ai telespettatori, con pretese di obiettività. Secondo le dichiarazioni di intenti della Lega Nord, questo nuovo stato dovrebbe avere la funzione di perseguire violentemente l‘esclusione di tutti i non-padani, non appena il rapporto di forza con il potere centrale di Roma lo permetterà.

Tra l’altro, movimenti separatisti di questo tipo vengono spesso visti con favore dai governi democratici (naturalmente solo quando non hanno luogo sul proprio territorio) e utilizzati per i propri obiettivi di politica estera. Su questa base, in nome del “principio di autodeterminazione dei popoli” (ma chi distribuisce poi un tale diritto?) la nazione jugoslava, con l’efficace aiuto della Germania (sotto la guida dell’allora ministro degli esteri Genscher), è stata precipitata in un’estenuante guerra civile e infine smembrata.

In ultima analisi, i conflitti tra minoranze e maggioranze non possono semplicemente venir ricondotti a scarsa tolleranza. Sono piuttosto il risultato di una coscienza nazionale radicata in profondità nelle teste della gente, consistente nel definire l’appartenenza etnica come una qualità specifica della persona. Purtroppo sembra non interessare a nessuno il fatto che la propria nazionalità sia sostanzialmente il risultato di rapporti di potere politici emersi per combinazione nel corso di guerre, successioni e trattati tra i potentati. Non dimentichiamo che 150 anni fa Italia e Germania non esistevano ancora e che molto tempo prima entrambe facevano parte di un’unica forma statale.

Appartenere ad una nazione è un’idea che non verrebbe in mente a nessuno senza una relativa educazione organizzata dallo stato.

Se prima le azioni contro gli stranieri venivano menzionate solo en passant ed eventuali retroscena politici venivano contestati, a partire dall’attentato bombarolo di luglio a Düsseldorf tali eventi vengono osservati con attenzione ostentata pubblicamente. Politici di tutti i partiti sembrano di colpo fermamente decisi ad estirpare il “bubbone razzista”.

Il cancelliere Schröder, durante il suo viaggio nella Germania est, ha chiarito bene come vada intesa questa messa in scena di accoglienza verso gli stranieri: è infatti inaccettabile che una persona qualunque possa decidere arbitrariamente chi ha diritto di vivere in questo paese e chi no. Secondo la legge una tale decisione spetta esclusivamente allo stato. E lo stato ha varato ad agosto la legge sulla Green Card (vedi ultimo numero di Contrasto), con l’obiettivo di distinguere accuratamente gli stranieri “utili” e redditizi per l’economia da quelli che sono stati privati nella loro patria del minimo indispensabile per la sopravvivenza a causa della globalizzazione.

L’esecuzione violenta di tale pratica è una prerogativa che lo stato avoca soltanto a sé, continuando ad espellere stranieri “non redditizi”. Questo monopolio non deve essere messo in discussione, nemmeno da appartenenti ai gruppi razzisti di destra, i cui obiettivi sulla politica per gli stranieri non si distanziano poi di tanto dalle posizioni del governo.